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veröffentlicht: 08.09.05
"Mendener Tage" vom 19.-26.08.2005 in Plunge / Litauen
Stadtrundgang - Frauenseminar - eine Woche der Völkerverständigung

Der Auftakt zu den "Mendener Tagen" in Plunge konnte nicht besser sein: Eine Fahrt über die glatte Ostsee, bei strahlendem Sonnenschein, azurblauem Himmel und mit einem süffigen litauischen Bier!

So schön ist es am Plateliai-See - in unmittelbarer Nähe von Plunge

Nach 21-stündiger Überfahrt bis zum litauischen Hafen Klaipeda war es dann nur noch eine Stunde Autofahrt bis Plunge. Dort wurde die Mendener Gruppe sehr herzlich von den Freunden und Arunas Ramelis, Leiter der Sport- und Jugendabteilung, als Vertreter der Stadtverwaltung empfangen. Der erste Programmpunkt war ein Stadtrundgang unter der fachkundigen Führung von Jolanta Skurdauskiene, eine Historikerin aus dem Plunger Museum. In einem Treffen mit bereits befreundeten Künstlern und mit Mitgliedern der neu gegründeten Plunger Künstlergruppe "Trys plus" wurde ein gemeinsames Projekt mit Künstlerinnen aus dem Märkischen Kreis im nächsten Jahr in Menden konkretisiert.

Dagmar Müller (rechts) mit Plunger Künstlern

Auf 2 Dorffesten ließen sich die deutschen Besucher gerne von der Sanges- und Tanzfreude der Litauer mitreißen und genossen die sehr schmackhaften, ungewohnten žemaitischen Speisen. Neben den vielen Möglichkeiten, während der "Mendener Tage" Geschichte und Kultur des Landes kennen zu lernen, gab es jedoch ebenso einen Austausch in gesellschafts-politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereichen.

Die Mendener Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Wagner lud 25 Frauen zu ihrem Ganztags-Seminar "Erfolgsstrategien für Frauen - Vernetzung von Frauen" ein. Die Teilnehmerinnen waren so begeistert, dass es nächstes Jahr ein Folgeseminar geben wird.

Teilnehmerinnen am Frauenseminar

Plunger Wirtschaftsvertreter und Politiker diskutierten mit Vertreten aus der Mendener Stadtverwaltung über für beide Städte wichtige aktuelle Themen: Arbeitslosenquote, Firmenneugründungen, Schwierigkeiten bei der Einstellung von Fachkräften, Abwanderung der Fachkräfte ins Ausland, Verlagerung der Produktion ins Ausland, Unterstützung der heimischen Firmen auf kommunaler Ebene.

Gipfelgespräche über Wirtschaft im Plunger Ratssaal. Von links: Mendens Bürgermeister Rudi Düppe, Dolmetscherin Gracina, Plunges Bürgermeister Algirdas Peculis.

Die Besichtigung der Firma "Viciunai" z.Zt. der größte Arbeitgeber in Plunge, der Produkte aus Fisch herstellt, schloss sich dieser sehr aufschlussreichen Begegnung an. Außerdem wurde die Leinenfabrik "Linu Audiniai" besichtigt.

Die Integration der Behinderten, ihre Stellung in der Gesellschaft, die deutschen und litauischen kommunalen und staatlichen Sozialhilfegesetze - über diese Themen wurden im "Sozialen Zentrum" (Tagesstätte für Behinderte) mit den Führungskräften der Einrichtung gesprochen. Beeindruckend war für die Mendener, mit wie geringen finanziellen Mitteln, aber mit einer enormen Eigeninitiative und Kreativität dieses Zentrum arbeitet. Im Plunger Krankenhaus hat sich in den vergangenen 5 Jahren sehr viel geändert. Trotz aller politischen und wirtschaftlichen Widerstände hat seine Direktorin, die Ärztin Vanda Buciene, es geschafft, dieses Krankenhaus den Plungern zu erhalten, umfassende Renovierungsarbeiten vorzunehmen und es größtenteils in medizinischen Bereich zu modernisieren. Aber auch hier wird es noch einige Zeit vergehen, bis es in der litauischen Provinz einen ausreichenden Standard geben wird. "Hilfe für Plunge" wird wieder dabei helfen und im Frühjahr die noch fehlenden Krankenhausbetten nach Plunge transportieren. Gemeinsam mit Ramune Navickiene, staatl. Inspektorin für mediz. Audit aus dem lit. Gesundheitsministerium in Vilnius, informierte Vanda Buciene die Gäste über die lit. Gesundheitsreform.

Bei den Besuchen in den unterschiedlichen Plunger Einrichtungen wie "Saule"- Gymnasium, das "Deutsche Kulturzentrum", eine Dorfschule, das Gemeindecafé der kath. Kirchengemeinde, das Museum Oginskis, die Stadtverwaltung, das Krankenhaus, das "Soziale Zentrum", wurde ausdrücklich auf die große materielle und finanzielle Hilfe des Partnerschaftsvereins "Hilfe für Plunge/Litauen e.V." hingewiesen. (Schulmöbel, Wohnmöbel, medizinische Geräte, Krankenhausbetten, sanitäre Einrichtungen, Renovierungsmaterial, Haushaltsgeräte, Matratzen, Artikel des täglichen Bedarfs, Wohntextilien usw.). Ohne diese langjährige Unterstützung gäbe es in diesen Institutionen einen solchen Fortschritt nicht, so Bürgermeister Algirdas Peculis. Für die anwesenden Vereinsmitglieder mit ihrer 1.Vorsitzenden Ulla Amsler eine Bestätigung ihres Engagements.

Besonders der "Mendener Abend" wird noch lange den Plungern und Mendenern in sehr guter Erinnerung bleiben. Dieser Abend war ein großes Freundschaftsfest: Deutsche Volkslieder, gemeinsam gesungen, Tanzspiele, ein Menden-Plunge-Quiz ... brachte eine überschäumende Stimmung. Ein Buffet mit Spezialitäten aus Menden, Grill- und Mettwürstchen, deutscher Wein und deutsches Bier, Käse, Brot und die beliebten Waffeln trugen zur allgemeinen Fröhlichkeit, Aufgeschlossenheit und Kontaktfreude natürlich ebenso bei.

"Stimmung" beim "Mendener Abend. Ganz links: Peter Amsler, Ulla Amsler (3. von rechts) und ganz rechts der Mendener Bürgermeister Rudi Düppe

In über 500 Photos des verstorbenen Mendener Fotografen Uli Brockfeld wurde den Plungern unsere Stadt Menden vorgestellt. Bürgermeister Rudolf Düppe eröffnete mit dem Plunger Bürgermeister Algirdas Peculis im Schloss Oginskis diese eindrucksvolle Fotoausstellung. Die einfühlsamen Worte der 1.Vorsitzenden Ulla Amsler über Uli Brockfelds Persönlichkeit, ergänzten die Eröffnungsreden.

Ausstellungseröffnung im Plunger Schloß Oginskis. Ulla Amsler und die Bürgermeister

Vor dem Plunger Rathaus war der Mendener Pavillon mit Informationsmaterial über unsere Stadt eine große Attraktion mit überwältigender Resonanz. Für die Plunger war die Ausgabe von deutschem Freibier etwas noch nie Dagewesenes!

Nach einem Mittagessen in der Kantine des Krankenhauses, zum letzten Mal mit dem Plunger Bürgermeister, machte sich die 4-köpfige Delegation aus der Mendener Stadtverwaltung auf den Weg zum Flughafen in Vilnius.
Die übrigen Reiseteilnehmer verabschiedeten sich im "Deutschen Kulturzentrum" von den Plunger Freunden und fuhren voller Dankbarkeit für die große Gastfreundschaft nach Klaipeda zur Einschiffung nach Kiel.

Alle Anstrengungen des Partnerschaftsvereins "Hilfe für Plunge/Litauen e.V." und seines Partners "Deutsches Kulturzentrum" zur Durchführung der "Mendener Tage" haben sich gelohnt. Die Durchführung dieses Projektes war jedoch nur möglich mit finanzieller Unterstützung der EU, des Partnerschaftsvereins, der Stadtverwaltung Plunge und der Teilnehmer selbst.

Es waren ereignisreiche Tage mit vielen Gesprächen und Begegnungen, neue Kontakte zwischen den beiden Stadtverwaltungen und Wirtschaftsunternehmen, zwischen Vereinen und Privatpersonen sind geknüpft worden.

Besonders hat den Plunger gefallen, dass Bürgermeister Rudi Düppe so aufgeschlossen und freundschaftlich auf viele Menschen dort zugegangen ist.
Es war eine Woche der Völkerverständigung, die noch lange auf beiden Seiten nachwirken wird!
 
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