P R E S S E A R T I K E L
16.11.09
Herbstreise nach Plunge
- Viel Arbeit, aber auch unterhaltsame Stunden mit Einladungen und Feiern -
Novemberstimmung am Babrungas

Mitte Oktober bis Mitte November ist gerade nicht die beste Zeit im Jahr in die litauische Partnerstadt Plunge zu fahren.
Der Grund des langen Aufenthaltes der beiden Mitglieder vom "Partnerschaftsverein Menden–Plunge", Josef Althof und Peter Amsler war die Rundumerneuerung des Badezimmers in einer der drei Gästewohnungen im deutschen Kulturzentrum, das der Verein unterhält.

Das neue Badezimmer im Dt. Kulturzentrum
E
traditionelle šemaitische Kleidung

Oftmals wurde während der umfangreichen Renovierungsarbeiten mit dem Kopf geschüttelt, wie unglaublich nachlässig, ja sogar gefährlich die Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser gelegt waren – handwerkliche Arbeiten aus der sowjetischen Zeit, in der oft Improvisation aus Geld - bzw. Materialmangel gefordert war.

Lourdes-Grotte in Plunge

Durch den zeitweisenden Ausfall der Zentralheizung und des heißen Wassers, war Abhärtung mit kalten Duschen und nur stundenweisenden Heizen mit elektrischen Radiotoren angesagt.
Die Plunger nehmen erstaunlicherweise die Unannehmlichkeiten aufgrund von Sparmaßnahmen gelassen hin.
Wohl dem, der unabhängig von der zentralen Fernheizung ist und einen Ofen besitzt und ein separates Heißwassergerät hat!

... die 1. Deutschstunde im Deutschen Kulturzentrum

Die 1. Vorsitzende Ulla Amsler reiste den beiden Männern mit dem Reisebus von Dortmund bis zum litauischen Hafen Klaipeda später nach, eine preiswerte, jedoch strapaziöse Fahrt von 28 Stunden.
Von dort ist es dann nur noch 60 km bis Plunge.
Auf vielfachen Wunsch führte Ulla Amsler an zwei Abenden einen "Schnupperkurs deutsche Sprache" für Anfänger im deutschen Kulturzentrum durch, der später von einer deutschen Austauschpraktikantin weitergeführt wird.
Die gemeinsamen deutsch-litauischen Geburtstagsfeiern und die vielen privaten Besuche, motivierten beide Seiten, die Sprache des anderen intensiver zu lernen.

Julius Meškauskas, der neue Pfarrer von Plunge, Josef Althoff (r) und Peter Amsler (li)

Drei Monate ist nun der neue Pfarrer Julius Meskauskas in der Plunger Gemeinde "St. Johannes der Täufer" tätig, ein junger dynamischer Mann, der schon feste Pläne für den Wiederaufbau des abgebrannten Gemeindezentrums (soll mit Hilfe der EU finanziert werden) hat.
Pfarrer Julius möchte die intensiven freundschaftlichen Beziehungen zwischen seiner Gemeinde und dem Partnerschaftsverein auf jeden Fall fortsetzen.
Nach seiner Bitte an den Verein, das erste und einzige Altenheim in Plunge auch weiterhin zu unterstützen, spendeten die drei Besucher im Namen des Vereins einen neuen Elektroherd, der vor Ort gekauft wurde.
Ein Budget für notwendige Neuanschaffungen oder Reparaturen gibt es für das Altenheim nicht.

Mittagessen im Altenheim

Über die Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftskrise in Plunge bzw. in ganz Litauen informierte die Bürgermeisterin Elvyra Lapukiene.
Positiv ist, dass ca. 2,3 Millionen Euro von der EU im nächsten Jahr für Instandsetzung der Straßen und Bürgersteige sowie für Wärmedämmung in den Schulen zur Verfügung gestellt wird.
Sorge bereitete ihr jedoch die Situation der heimischen Firmen, sie müssen um ihr Überleben kämpfen.

Der neue Direktor des Saules-Gymnasium, Algimantas Budrys

Die offizielle Arbeitslosenquote für November in der Stadt beträgt 11,4 % - Tendenz steigend.
Im Vergleich zu anderen litauischen Städten ist sie jedoch nicht sehr hoch.
In keiner Statistik wird jedoch festgehalten die hohe Zahl der Arbeitslosen, die Plunge verlassen, um in anderen europäischen Ländern zu arbeiten - bevorzugt wird Norwegen.

Ausstellungseröffnung mit Volkskunstarbeiten der Plunger Künstler

Arbeitslosengeld wird für 6 Monate bezahlt, min. 100 Euro, max. 300 Euro, vorausgesetzt es wurde 3 Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt.
Danach gibt es keine weitere finanzielle Unterstützung, sondern die staatlichen Stellen verteilen an Bedürftige Lebensmittelpakete.
Dies führte dazu, dass der Lebensmittelumsatz stark anstieg, aber auch der Müllumfang dadurch größer wurde.
Wichtig ist für fast alle Plunge ihr Garten und für die Großfamilie die Rente der alten Eltern.
Stellenabbau in der Stadtverwaltung wurden durch unbezahlte Urlaubstage der Angestellten verhindert.
Auch die Bürgermeisterin bekam für 10 Tage kein Gehalt.

Das Kulturhaus hat eine neue Fassade bekommen

Die herzlichen Begegnungen, die Konzertbesuche, die interessanten unterschiedlichen Ausstellungseröffnungen ließen bei den drei Mendener die trübe Novemberstimmung draußen vergessen.
Es war wieder für die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Menden und Plunge positiv und bereichernd, die unterschiedlichsten Menschen zu treffen, sich mit ihnen zu freuen, aber auch ihre Sorgen mitzubekommen.



D A N K E



Wir bedanken uns bei der örtlichen Presse für die Berichterstattung über unseren Verein:

WESTFALENPOST
und
Stadtspiegel
am Mittwoch
und am Sonntag

sowie
MENDENER ZEITUNG

mit Wochenblatt
und Stadt-Anzeiger