P R E S S E A R T I K E L
20.11.10
November-Reise
- Fahrt nach Plunge vom 1.11. – 15.11.2010 -

Dieses Mal ging die 1650 km lange Fahrt nach Plunge von Ulla und Peter Amsler aus dem "Partnerschaftsverein Menden–Plunge e.V." über Land - allein quer durch Polen 800 Km. Mit einer Hotelübernachtung in Polen war es jedoch nicht ganz so anstrengend.

Novemberstimmung am Babrungasee, Plunge


In Plunge warteten bereits die Freunde im deutschen Kulturzentrum auf die beiden Mendener.
Beim gemeinsamen Essen und nach dem ersten litauischen Wodka wurden Plunger und Mendener Neuigkeiten ausgetauscht.
Der noch gar nicht so lange nach Plunge versetzte Pfarrer Julius hat jetzt begonnen, das vor gut einem Jahr ausgebrannte Gemeindehaus, bei dem nur noch die Seitenwände stehen geblieben sind, nach modernsten Gesichtspunkten wieder aufzubauen - ein ehrgeiziges, teures Projekt, wofür er die verschiedensten Geldquellen finden konnte, u.a. das litauische Sozialministerium und die EU.

Das ausgebrannte Gemeindehaus


Mit wem man auch in Plunge sprach, unweigerlich fiel bei allen das Wort „Krise“!
Bis vor zwei Jahren konnte man in Litauen einen deutlichen Aufschwung sehen.
Die meisten Plunger waren zufrieden und konnten sich persönlich mehr leisten.
Nun spüren viele die Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise.
Die meisten Beschäftigten mussten empfindliche Abzüge ihrer Verdienste hinnehmen, Renten wurden stark gekürzt und wer als Rentner noch einen Nebenverdienst hat, dem wird dieser noch einmal gemindert.
Rigorose Sparmaßnahmen bei den Behörden - Festnetztelefone wurden abgeschafft, Angestellte in höheren Positionen bekamen ein Dienst-Mobiltelefon, alle anderen telefonieren mit ihrem privaten Handy auf eigene Rechnung.
Investitionen, Renovierungsarbeiten wurden drastisch gekürzt oder ganz gestrichen.
Viele Plunger sahen jedoch auch die hohe Arbeitslosenquote kritisch.
Das Arbeitslosengeld ist mit ein wenig Schwarzarbeit genauso hoch wie der verringerte Monatsverdienst.
So gibt es oft keine große Motivation eine offizielle Arbeitsstelle anzunehmen.

Der Besuch beim Verein der Behinderten „Viltis“ (Hoffnung) machte schon sehr nachdenklich. Körper- sowie Geistigbehinderte mit ihren Familien baten den Partnerschaftsverein um Hilfe bei der Anschaffung von dringend notwendigen medizinischen Hilfsmitteln.
Zudem brauchen die rund 70 Familien die elementarsten Einrichtungsgegenstände.
Vor ihrem geistigen Auge sahen Ulla und Peter Amsler die vielen guten, noch brauchbaren Möbel, die am Sperrgut-Abholtag an den Mendener Strassen stehen!

Besucher beim deutschen Abend


Ganz besonders freuten sich die Mendener über viele bekannte Gesichter, die zu einem deutschen Abend ins deutsche Kulturzentrum gekommen waren.
Ulla Amsler stellte Sitten und Gebräuche in den Monaten November und Dezember vor. Zu Allerheiligen und Allerseelen besuchen auch die Litauer die Gräber ihrer Verstorbenen.
Von weitem sah man schon das Lichter- und Blumenmeer der Friedhöfe.
Der St. Martinstag mit seinen Umzügen und Laternenliedern war nicht bekannt.
Ebenso die Adventszeit mit ihrem religiösen Hintergrund, den Dekorationen, den Liedern und Plätzchenbacken.
In der sowjetischen Besatzungszeit war es nicht ratsam öffentlich religiöse Bekenntnisse zu zeigen.
Glühwein und Adventsgebäck wurden natürlich gerne probiert und den aus Menden mitgebrachte Adventskranz bekam Pfarrer Julius für seine Kirche.

Pfarrer Julius und Violeta Skiriene, Leiterin der Plunger Bibliothek


Ein wichtiger Grund für eine Reise nach Plunge in diesem nasskalten, dunklen November war die Organisation und Übergabe der Geldspenden für notwendige Renovierungen und Anschaffungen im deutschen Kulturzentrum.
Rechtzeitig vor dem kalten langen litauischen Winter lässt der Partnerschaftsverein auf seine Kosten noch drei weitere alte zugige Fenster in den Gästezimmern des deutschen Kulturzentrums erneuern – eine wichtige Energiesparmaßnahme und eine Aufwertung der Zimmer.
Es wurden teilweise die alten stromfressenden Elektrogeräte durch neue ersetzt und nach Abreise der Mendener bekommen zwei Gästezimmer einen neuen Anstrich.
Das Warenangebot in Litauen ist riesig und gut.
Die Preise sind oftmals geringer als in Deutschland, allerdings für die Einheimischen oft nicht zu bezahlen, da das Einkommen wesentlich geringer ist als bei uns.
Darum versucht der Partnerschaftsverein möglichst die benötigten Mittel vor Ort zu kaufen, denn so wird noch die heimische Wirtschaft unterstützt und der teure Transport von Deutschland nach Litauen fällt weg!
Für das Schülerwohnheim des Saule–Gymnasiums, in dem die erste Etage das deutsche Kulturzentrum eingerichtet wurde, sind die drei Gästewohnungen mit insgesamt 10 Betten, eine notwendige Einnahmequelle.
Gäste können gegen einen geringen Betrag hier übernachten und die Einnahmen werden wieder für notwendige Investitionen Schülerwohnheim verwendet.
Nach Verkauf eines Hotels in der Nähe des Plunger Krankenhauses, ist die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten für auswärtige Besucher gestiegen.
Vorrangig jedoch wohnen die Mitglieder des Partnerschaftsvereins während ihres Aufenthaltes in Plunge in den Räumen.
Der Partnerschaftsverein möchte so gut wie möglich das deutsche Kulturzentrum mit seinen Gästezimmern ausstatten.
Eine Beteiligung von Seiten der Plunger Stadtverwaltung und des Saule-Gymnasiums ist aus Geldmangel nicht zu erwarten.



D A N K E



Wir bedanken uns bei der örtlichen Presse für die Berichterstattung über unseren Verein:

WESTFALENPOST
und
Stadtspiegel
am Mittwoch
und am Sonntag